Jaguar XK Series

Jaguar XK gebraucht aus den USA importieren

Der Jaguar XK ist der Gran Turismo, mit dem Coventry nach der Jahrtausendwende an die Tradition der grossen Reise-Coupes anknuepfte: lang gestreckte Motorhaube, V8 unter dem Blech, Platz fuer zwei plus Gepaeck. Auf dem US-Gebrauchtmarkt ist der XK reichlich vertreten, oft mit ueberschaubarer Laufleistung und aus trockenen Sonnenstaaten. Fuer den Import nach Deutschland ist er dadurch eine der interessanteren Optionen im Segment der bezahlbaren Sport-GT.

Jaguar XK Series – Gebrauchtwagen aus den USA
Foto: Barbariandeagle · CC0 · Wikimedia Commons

Die Generationen im Überblick

Zwei Baureihen tragen den Namen. Der X100 (1996 bis 2006) laeutete als XK8 die V8-Aera ein und war das erste Jaguar-Coupe mit dem hauseigenen AJ-V8. Parallel dazu stand der aufgeladene XKR an der Spitze. Technisch teilte sich der X100 viele Komponenten mit dem gleichzeitigen XJ und trug noch deutliche Ford-Handschrift.

Die zweite Generation X150 (2006 bis 2014) war der grosse Sprung: eine geklebte und genietete Aluminium-Karosserie senkte das Gewicht spuerbar und steigerte die Steifigkeit. Zum Marktstart arbeitete der 4.2-Liter-V8, ab dem Modelljahr 2010 loeste der moderne 5.0-Liter-AJ133 ihn ab. Ein Facelift 2009/2010 brachte neue Front, ueberarbeitete Technik und den staerkeren Antrieb. Auf dem US-Markt finden sich beide Ausbaustufen des X150 in grosser Zahl.

Antrieb und Motorenpalette

Der fruehe X150 nutzt den 4.2-Liter-V8 mit rund 300 PS. Ab 2010 leistet der 5.0-Liter-Sauger etwa 385 PS, waehrend der kompressoraufgeladene XKR mit demselben Block auf 510 PS kommt. Die Speerspitze XKR-S legt auf 550 PS zu, kombiniert mit strafferem Fahrwerk und Aerodynamik-Paket. Kraftuebertragung uebernimmt durchgehend die bewaehrte ZF-Sechsgang-Wandlerautomatik, die Kraft geht klassisch an die Hinterachse. Im US-Bestand dominieren die Saugmotoren; XKR und XKR-S sind seltener und entsprechend gesucht.

Welche Ausstattung sich lohnt

Angeboten wurde der XK als festes Coupe und als Cabriolet mit Stoffverdeck. Die Linien gliedern sich in den Basis-XK, den aufgeladenen XKR und den XKR-S an der Spitze. Sondermodelle wie der XKR Special Edition oder farbige Portfolio-Ausstattungen tauchen im US-Markt immer wieder auf. Innen praegen Leder, Holz- oder Aluminium-Applikationen und ab dem Facelift ein groesserer Touchscreen das Bild.

Gebrauchtangebot in den USA

Amerika war fuer den XK ein Kernmarkt, entsprechend gross ist das Angebot. Typisch sind Fahrzeuge der Baujahre 2007 bis 2014 mit Laufleistungen zwischen 40.000 und 120.000 Meilen. Viele Exemplare stammen aus Kalifornien, Florida oder Arizona und sind als Zweitwagen gepflegt worden. Cabriolets sind ueberdurchschnittlich haeufig. Wegen der Aluminium-Karosserie ist klassischer Durchrostung selten ein Thema, dafuer lohnt der Blick auf Historie und Elektronik.

Fuer wen sich der Import lohnt

Wer einen komfortablen, kraeftigen Reise-Sportwagen mit V8-Charakter sucht und den europaeischen Markt zu duenn oder zu teuer findet, profitiert von der US-Angebotsbreite. Besonders spezifische Kombinationen aus Farbe, Motor und Ausstattung lassen sich drueben leichter finden. Fuer Selbstschrauber und Liebhaber, die Wartung ernst nehmen, ist der XK ein dankbares Projekt.

Technische Daten im Überblick

FahrzeugklasseSport-Coupe / Cabriolet (GT)
Bauzeit (X150)2006 bis 2014
Motor Basis4.2 V8 Sauger, ab 2010 5.0 V8
Leistung Saugerca. 300 PS (4.2) / 385 PS (5.0)
Leistung XKRca. 510 PS (5.0 Kompressor)
Leistung XKR-Sca. 550 PS
GetriebeZF 6-Gang-Wandlerautomatik
AntriebHinterrad
0 auf 100 km/hca. 4,6 bis 5,9 s je Version
Hoechstgeschwindigkeitabgeregelt ca. 250 km/h (XKR-S ca. 300)
KarosserieAluminium-Monocoque
Laengeca. 4,79 m
Leergewichtca. 1.660 bis 1.800 kg
Tankinhaltca. 71 l
Sitzplaetze2 plus 2 (Notsitze)
KraftstoffSuper Plus

Zuverlässigkeit: bekannte Problemzonen

Der 4.2-Liter der ersten X150-Jahre ist fuer seine Steuerkettenspanner bekannt: die sekundaeren Spanner sind aus Kunststoff und koennen mit den Jahren verschleissen, im schlimmsten Fall droht ein Kettensprung. Ein rasselnder Kaltstart ist ein Warnsignal. Beim 5.0-Liter ist die Thematik entschaerft, hier verdienen Wasserpumpe und Kuehlsystem Aufmerksamkeit. Beim XKR sollte die Kupplung des Kompressor-Antriebs geprueft werden. Weitere Klassiker sind alternde Fahrwerksbuchsen, gelegentliche Zicken der Infotainment- und Bordelektronik sowie beim Cabriolet der Verdeckmechanismus. Die Aluminium-Karosserie ist rostresistent, Anbauteile und Hilfsrahmen aus Stahl aber nicht. Ein lueckenloses Serviceheft ist Gold wert.

USA- und EU-Ausführung im Vergleich

US-Modelle tragen Seitenmarkierungsleuchten, teils andere Blinker-Codierung und Meilentachos. Die Scheinwerfer sind auf Rechtsverkehr ausgelegt. Fuer die deutsche Zulassung sind Beleuchtung und Blinkkennung anzupassen, und die Instrumente werden auf km/h umgeschrieben oder umgeruestet. Technisch sind die Fahrzeuge nahezu identisch, Ausstattungsdetails und Software-Staende koennen abweichen.

In sieben Schritten zum eigenen US-Import

Am Anfang steht die Auswahl eines konkreten Fahrzeugs. Danach folgen der VIN- und Ursprungscheck, um Historie und Herstellungsort zu klaeren, sowie die Abwicklung ueber einen Treuhandprozess. Es schliesst sich der Seetransport im Container oder RoRo an, danach die Verzollung im EU-Eingangshafen. Vor der Zulassung stehen TUEV beziehungsweise eine Einzelabnahme nach Paragraf 21 StVZO mit den noetigen Umruestungen, zuletzt die Anmeldung bei der Zulassungsstelle.

Zoll, Steuern und Kosten verstehen

Kurz gefasst: 0 % Einfuhrzoll gibt es nur bei nachweisbarem US-Ursprung (VIN/Werk) – die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % fällt in jedem Fall an.

Der Einfuhrzoll richtet sich nach dem tatsaechlichen Herstellungsort. Der XK wurde im Vereinigten Koenigreich gebaut, sodass die praeferenzielle 0-Prozent-Regelung fuer nachweislich US-gebaute Fahrzeuge hier regelmaessig nicht greift und der uebliche Drittlandsatz fuer Personenwagen zur Anwendung kommt. Unabhaengig davon faellt die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent immer an, berechnet auf Fahrzeugwert plus Transport und Zoll. Hinzu kommen Nebenkosten wie Fracht, Hafengebuehren, Gutachten und Zulassung. USCar Trader vermittelt und erhebt keine Marge.

TÜV und Zulassung in Deutschland

Zu den typischen Anpassungen zaehlen die Umruestung der Blinker auf gelbes Dauerlicht, die Deaktivierung oder Anpassung der roten Seitenmarkierungen hinten sowie Scheinwerfer mit korrekter Hell-Dunkel-Grenze. Nebelschlussleuchte und gegebenenfalls Reifenfreigaben werden geprueft. Nach bestandener Einzelabnahme stellt der Pruefer das Gutachten aus, mit dem die Zulassung erfolgt.

Die Kauf-Checkliste

  • VIN pruefen und Herstellungsort dokumentieren
  • Vollstaendige Historie und Carfax-Report einsehen
  • Kaltstartgeraeusche beim 4.2 auf Kettenrasseln pruefen
  • Verdeckfunktion und Dichtigkeit beim Cabrio testen
  • Elektronik und Infotainment durchschalten
  • Titelstatus klaeren (clean title, kein salvage)
  • Serviceintervalle und Wasserpumpen-Wechsel belegen lassen

Fragen und Antworten

Ist der Jaguar XK zuverlaessig genug fuer den Alltag?

Gut gewartet ja. Kritisch sind vor allem die Steuerkettenspanner der fruehen 4.2-Motoren; ein gepflegtes 5.0-Exemplar mit Historie gilt als robuster GT.

Bekomme ich beim XK-Import 0 Prozent Einfuhrzoll?

In der Regel nicht, da der XK im UK gebaut wurde. Die 0-Prozent-Regelung gilt nur bei nachweisbarem US-Ursprung. Die 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer fallen ohnehin an.

Coupe oder Cabrio importieren?

Beide sind im US-Markt reichlich vorhanden. Das Cabrio ist emotionaler, verlangt aber mehr Aufmerksamkeit fuer Verdeck und Dichtungen.

Welcher Motor ist die bessere Wahl?

Der 5.0-Liter ab 2010 gilt als ausgereifter und kraeftiger. Der XKR bietet mehr Leistung, ist aber seltener und teurer im Unterhalt.

Wie lange dauert der Import aus den USA?

Von Kauf bis Zulassung sind je nach Hafen und Terminlage meist einige Wochen einzuplanen, der Seetransport ist der zeitbestimmende Faktor.

Was kostet die technische Umruestung fuer den TUEV?

Das haengt vom Fahrzeug ab; ueblich sind Beleuchtungsanpassungen. Ein Kostenrahmen laesst sich nach Sichtung des konkreten Exemplars nennen.

Rostet die Aluminium-Karosserie?

Die Alu-Struktur selbst nicht. Stahlteile wie Hilfsrahmen und Anbauteile koennen jedoch korrodieren und gehoeren zur Pruefung.

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