Ford Focus
Ford Focus gebraucht aus den USA importieren
Der Ford Focus der US-Baujahre ist ein Sonderfall: In Nordamerika lief die Baureihe 2018 aus, wodurch der Gebrauchtmarkt heute klar umrissen ist. Wer die US-Ausfuehrung sucht – etwa die sportlichen Varianten oder eine bestimmte Ausstattung, die es hierzulande so nicht gab – findet drueben ein ordentliches Angebot der dritten Generation. Ein Import ist technisch gut machbar, verlangt aber Sorgfalt bei Getriebe und Historie.

Die Generationen im Überblick
Fuer den US-Markt sind vor allem zwei Kapitel relevant. Die zweite Generation (2008-2011, dort als eigenstaendige US-Version) war ein schlichter Kompakter. Deutlich interessanter ist die dritte, weltweit vereinheitlichte Generation von 2012 bis 2018, die in Michigan (Wayne Assembly) fuer Nordamerika gebaut wurde. Sie kam als Limousine und als Fuenftuerer und brachte mit dem Focus ST und dem allradgetriebenen Focus RS zwei ausgesprochen sportliche Ableger. Nach 2018 zog sich Ford mit dem Focus aus den USA zurueck – die vierte Generation wurde dort nicht mehr angeboten.
Antrieb und Motorenpalette
Das Rueckgrat der US-Palette bildet der 2,0-Liter-Vierzylinder (Ti-VCT) mit rund 160 PS, gekoppelt an eine Fuenfgang-Handschaltung oder das automatisierte Doppelkupplungsgetriebe PowerShift. Ergaenzend gab es einen 1,0-Liter-EcoBoost-Dreizylinder mit rund 123 PS in ausgewaehlten Jahrgaengen. Der Focus ST setzt auf einen 2,0-Liter-EcoBoost-Turbo mit etwa 252 PS und Sechsganghandschaltung, der Focus RS auf einen 2,3-Liter-Turbo mit rund 350 PS, Allradantrieb und ausgepraegtem Rallye-Charakter. Im Bestand dominiert der 2.0-Sauger; ST und RS sind gesucht und teurer.
Welche Ausstattung sich lohnt
Ford gliederte den US-Focus in Linien wie S, SE, SEL und Titanium, dazu die eigenstaendigen Sportmodelle ST und RS sowie den rein elektrischen Focus Electric in kleiner Stueckzahl. Karosserieseitig stehen die viertuerige Limousine und der praktische Fuenftuerer zur Wahl. Hoehere Linien bringen Ledersitze, Sync-Infotainment mit groesserem Bildschirm, Klimaautomatik und mehr Assistenz.
Gebrauchtangebot in den USA
Da die Baureihe ausgelaufen ist, handelt es sich durchweg um aeltere Gebrauchte der Jahrgaenge 2012 bis 2018 mit entsprechend hoeheren, aber stark streuenden Laufleistungen. Das Angebot an SE- und Titanium-Modellen ist gross, ST-Modelle sind regelmaessig zu finden, der RS bleibt ein rares Sammlerstueck. Ein sauber dokumentierter, unfallfreier Focus mit gepflegter Historie ist die Suche wert – gerade weil das Getriebethema (siehe unten) die Spreu vom Weizen trennt.
Fuer wen sich der Import lohnt
Interessant ist der US-Focus vor allem fuer Liebhaber der Sportvarianten ST und RS, fuer Sammler ausgelaufener Modelle und fuer alle, die eine bestimmte US-Ausstattung oder einen bestimmten Zustand suchen. Fuer ein reines Alltags-Kompaktauto ohne besonderen Anspruch ist der Aufwand dagegen selten gerechtfertigt – hier lohnt der Import nur bei einem wirklich ueberzeugenden Einzelfahrzeug.
Technische Daten im Überblick
| Karosserie | Limousine oder 5-Tuerer, 5 Sitze |
| Basismotor | 2,0-l-Vierzylinder (Ti-VCT) |
| Leistung Basis | ca. 160 PS |
| Alternativ | 1,0-l-EcoBoost, ca. 123 PS |
| Focus ST | 2,0-l-EcoBoost-Turbo, ca. 252 PS |
| Focus RS | 2,3-l-Turbo, ca. 350 PS, Allrad |
| Getriebe | 5/6-Gang manuell oder PowerShift-DKG |
| Antrieb | Frontantrieb (RS: Allrad) |
| Laenge (Limo) | ca. 4,53 m |
| Radstand | ca. 2,65 m |
| Leergewicht | ca. 1.350-1.500 kg |
| Kofferraum | ca. 316-476 l je Karosserie |
| Tankinhalt | ca. 47-50 l |
| Baujahre (US, 3. Gen) | 2012-2018 |
Zuverlässigkeit: bekannte Problemzonen
Der wichtigste Punkt beim US-Focus ist das automatisierte Doppelkupplungsgetriebe PowerShift (DPS6). Es gilt als bekanntes Sorgenkind: ruckeliges Anfahren, Schaltschlaege, vorzeitiger Kupplungsverschleiss und in Nordamerika Gegenstand grosser Reklamations- und Rueckrufwellen. Ein Focus mit Handschaltung umgeht dieses Risiko vollstaendig – bei einer PowerShift-Ausfuehrung sind Reparatur- und Kulanzhistorie sowie eine ausgiebige Probefahrt Pflicht. Der 2.0-Sauger selbst ist unkritisch. Beim ST/RS sind Ladedruck, Kupplung und – beim RS – der ohnehin bekannte Zylinderkopfdichtungs-Problemkreis fruehrer Baujahre zu pruefen. Ansonsten sind Rost an Radlaeufen bei Fahrzeugen aus Streusalzregionen und die Sync-Elektronik die ueblichen Kandidaten.
USA- und EU-Ausführung im Vergleich
US-Focus fahren mit auf Meilen skaliertem Tacho, US-Beleuchtungslogik (haeufig rote Blinker, Seitenmarkierungsleuchten) und teils abweichender Ausstattung gegenueber den europaeischen Schwestermodellen. Motorisch sind die Kernaggregate eng verwandt, was Ersatzteile erleichtert. Rechtlich stehen Beleuchtung, Abgas- und Geraeuschnachweis im Mittelpunkt der Einzelabnahme.
In sieben Schritten zum eigenen US-Import
Zuerst waehlt man das Fahrzeug nach Motor, Getriebe (Handschaltung bevorzugt) und Zustand aus. Dann folgt der VIN- und Ursprungscheck: Viele US-Focus liefen in Wayne, Michigan vom Band, was fuer die Zollbewertung guenstig sein kann – entscheidend ist der Nachweis. Ueber ein Treuhandmodell wird bezahlt, danach organisiert man den Seetransport, die Verzollung im EU-Hafen, die technische Pruefung mit TUEV beziehungsweise Einzelabnahme und zuletzt die Zulassung.
Zoll, Steuern und Kosten verstehen
Wichtig: Der Zollsatz hängt vom Herstellungsort ab; erst der VIN-Nachweis sichert den 0-%-Satz. Unabhängig davon gelten 19 % Einfuhrumsatzsteuer.
Da dieses Modell mit neutralem Ursprung gefuehrt wird, richtet sich der EU-Einfuhrzoll nach dem tatsaechlichen Herstellungsort. Ist ueber VIN und Werk ein US-Ursprung belegt, kann unter den Verordnungen (EU) 2026/1455 und 2026/1461 der Satz auf 0% sinken (Direkttransport, befristet bis Ende 2029); bei einem ausserhalb der USA gebauten Focus gilt der jeweils passende Zollsatz. Unabhaengig davon faellt die Einfuhrumsatzsteuer von 19% immer an – berechnet auf Fahrzeugwert plus Transport plus etwaigem Zoll. Hinzu kommen Seefracht, Hafen- und Abfertigungskosten, Versicherung sowie Einzelabnahme und Zulassung. USCar Trader vermittelt ohne Fahrzeugmarge.
TÜV und Zulassung in Deutschland
Typische Anpassungen betreffen die Beleuchtung: gelbe Blinkfunktion, Umgang mit roten Seitenmarkierungsleuchten, Nebelschlussleuchte und ein hinteres Kennzeichenfeld. Reifen- und Felgenfreigaben sowie ein eventuell noetiger Abgasnachweis runden die Pruefung ab. Nach bestandener Einzelabnahme nach Paragraph 21 StVZO erfolgt die Zulassung.
Die Kauf-Checkliste
- Getriebeart klaeren: Handschaltung bevorzugen, PowerShift kritisch pruefen.
- VIN pruefen und Herstellungsort feststellen (relevant fuer den Zollsatz).
- Carfax/AutoCheck auf Unfaelle, Titelstatus und Rueckrufe.
- Bei PowerShift: Kupplungs-/TCM-Historie und Kulanzunterlagen.
- Rost an Radlaeufen und Unterboden pruefen (Streusalzregionen).
- Beim ST/RS: Ladedruck, Kupplung, Servicehistorie kontrollieren.
- Vollstaendige Exportpapiere und sauberer Titel.
Fragen und Antworten
Warum wird der Focus aus den USA importiert?
Weil die Baureihe dort 2018 auslief und gepflegte Exemplare, bestimmte Ausstattungen sowie die Sportmodelle ST und RS im US-Bestand gut vertreten sind.
Faellt beim US-Focus 0% Einfuhrzoll an?
Nur bei nachgewiesenem US-Ursprung ueber VIN und Werk. Andernfalls gilt der zum Herstellungsort passende Zollsatz. Die 19% Einfuhrumsatzsteuer fallen immer an.
Wie kritisch ist das PowerShift-Getriebe?
Es ist die bekannteste Schwachstelle. Ein Handschalter umgeht das Risiko; bei PowerShift sind Historie und Probefahrt entscheidend.
Ist der Focus ST oder RS importfaehig?
Ja, beide lassen sich importieren. Der RS ist selten und gefragt, der ST leichter zu finden.
Sind Ersatzteile in Europa verfuegbar?
Die Kernmotoren sind eng mit europaeischen Modellen verwandt, was die Teileversorgung erleichtert. Einzelne US-spezifische Teile koennen laenger dauern.
Wie alt sind die verfuegbaren Fahrzeuge?
Ueberwiegend Jahrgaenge 2012 bis 2018 mit hoeheren, aber stark streuenden Laufleistungen.
Was kostet der Import ungefaehr?
Konkrete Betraege nennen wir nicht. Massgeblich sind Fahrzeugwert, Transport, Zoll je Ursprung, 19% EUSt und die Nebenkosten fuer Abnahme und Zulassung.
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