Chrysler 300

Chrysler 300 gebraucht aus den USA importieren

Der Chrysler 300 ist eine der wenigen bezahlbaren Full-Size-Limousinen amerikanischer Prägung, die es bis heute mit Heckantrieb und optionalem V8 gibt. Wer eine großzügige, komfortable Reiselimousine mit charakterstarkem Auftritt sucht, findet auf dem US-Gebrauchtmarkt ein breites Angebot in allen Ausstattungsstufen. Als unabhängiger Vermittler begleiten wir Sie beim Import eines geprüften Gebrauchtwagens vom Auswahlgespräch bis zur Zulassung in Deutschland.

Chrysler 300 – Gebrauchtwagen aus den USA
Foto: Bull-Doser · Public domain · Wikimedia Commons

Die Generationen im Überblick

Die erste Generation (Baureihe LX, 2005 bis 2010) machte den 300 zum Verkaufsschlager. Auf der aus Mercedes-Zeiten stammenden E-Klasse-Hinterachse aufgebaut, kombinierte sie klassisches Stufenheck mit hohem Gürtel und kurzem Dach. 2011 folgte die grundlegend überarbeitete zweite Generation (LD), die bis zum Auslauf 2023 gebaut wurde. Sie brachte eine ruhigere Formensprache, deutlich hochwertigere Materialien und ab 2012 das moderne Uconnect-Infotainment. Über die Jahre gab es mehrere Modellpflegen; die V6-Modelle wechselten früh auf die Achtgang-Automatik, die Fahrwerksabstimmung wurde komfortabler ausgelegt. Zum Abschied erschien 2023 eine limitierte 300C-Auflage mit dem großen 6,4-Liter-V8.

Antrieb und Motorenpalette

Im US-Bestand dominiert der 3,6-Liter-Pentastar-V6 mit rund 292 bis 300 PS. Er gilt als solide Grundmotorisierung, ist in Verbindung mit der ZF-Achtgang-Automatik laufruhig und verbraucht für ein Auto dieser Größe moderat. Deutlich charaktervoller ist der 5,7-Liter-HEMI-V8 mit etwa 363 PS, der dem 300C und 300S vorbehalten war und über die zylinderabschaltende MDS-Technik verfügt. Selten und begehrt sind die SRT8-Varianten mit dem 6,4-Liter-HEMI (rund 470 PS). Der V6 war wahlweise mit Allradantrieb erhältlich, der bei US-Fahrzeugen im schneereichen Norden häufiger vorkommt; die V8-Modelle sind reine Hecktriebler.

Welche Ausstattung sich lohnt

Über die Baujahre reichten die Linien vom nüchternen 300 Touring über den komfortbetonten 300 Limited bis zum sportlicheren 300S mit dunklen Zierelementen und größeren Rädern. Der 300C markierte die Luxusspitze mit Nappaleder, Panoramadach und Premium-Audio. Die Karosserie blieb durchgängig die viertürige Stufenhecklimousine; ein Kombi wurde für den US-Markt nicht angeboten. Typische US-Extras sind belüftete Vordersitze, Harman-Kardon- oder Beats-Sound, Head-up-Elemente und großformatige Uconnect-Displays.

Gebrauchtangebot in den USA

Der 300 wurde in großer Stückzahl auch an Flotten und Fuhrparks verkauft, weshalb gepflegte Exemplare mit lückenloser Historie reichlich vorhanden sind. Häufig finden sich Baujahre ab 2015 mit Laufleistungen zwischen 60.000 und 160.000 Meilen. V6-Modelle sind am breitesten verfügbar, HEMI-Versionen kosten in den USA erwartungsgemäß mehr und sind schneller vergriffen. Fahrzeuge aus den Südstaaten sind meist rostarm, was für den Import ein wichtiger Vorteil ist.

Für wen sich der Import lohnt

Interessant ist der 300 für alle, die eine große, bequeme Limousine mit Präsenz und optionalem V8-Sound suchen und in Europa entweder gar kein Angebot oder nur teure Einzelstücke finden. Wer Wert auf den HEMI legt oder eine bestimmte Ausstattung sucht, hat auf dem US-Markt schlicht die größere Auswahl. Weniger geeignet ist das Auto für Sparfüchse mit hoher Jahresfahrleistung, da vor allem der V8 spürbar durstig ist.

Technische Daten im Überblick

FahrzeugklasseFull-Size-Limousine (Stufenheck)
GenerationenLX 2005–2010, LD 2011–2023
Basismotor3,6 L Pentastar V6, ca. 292–300 PS
Topmotor (Serie)5,7 L HEMI V8, ca. 363 PS
SRT/300C-Sondermodell6,4 L HEMI V8, ca. 470–485 PS
Getriebe8-Gang-Automatik (ZF 8HP), früher 5-Gang
AntriebHeckantrieb, V6 optional Allrad
Längeca. 5.044 mm
Radstandca. 3.052 mm
Leergewichtca. 1.860–2.000 kg
Kofferraumca. 462 L
Tankvolumenca. 70 L
0–100 km/h (V8)ca. 5,3–6,0 s
Verbrauch V8 (kombiniert)ca. 12–14 L/100 km
KraftstoffBenzin (V8 oft Super empfohlen)

Zuverlässigkeit: bekannte Problemzonen

Der 300 gilt insgesamt als robust, hat aber bekannte Schwachpunkte. Beim HEMI kommen mit steigender Laufleistung MDS-bedingtes Ticken und in Einzelfällen kollabierte Hydrostößel vor; ein sauberes Ölwechselintervall und dünnflüssiges Öl gemäß Vorgabe beugen vor. Elektrisch ist das Totally Integrated Power Module (TIPM) älterer Baujahre ein wiederkehrendes Thema, das sich durch sporadische Startprobleme oder Fehlfunktionen von Verbrauchern äußern kann. Der Pentastar der ganz frühen Jahre hatte vereinzelt Probleme am linken Zylinderkopf, was ab etwa 2012 behoben war. Ansonsten sind Fahrwerksbuchsen, die Achtgang-Automatik bei vernachlässigtem Ölservice und Klimakompressoren die üblichen Verschleißpunkte.

USA- und EU-Ausführung im Vergleich

US-Fahrzeuge haben die amerikanische Beleuchtung mit rot kombinierten Blinkern hinten und teils abweichender Frontlichttechnik, außerdem Meilentacho und das US-Navigationskartenmaterial. Für den deutschen Betrieb sind Blinker mit gelber Kennung nachzurüsten oder umzucodieren, eine Nebelschlussleuchte ist Pflicht. Manche Assistenz- und Radiofrequenzen weichen ab. Die Grundtechnik ist identisch, weshalb Ersatzteile über den freien Handel gut zu beschaffen sind.

In sieben Schritten zum eigenen US-Import

Am Anfang steht die Fahrzeugauswahl nach Budget, Motorisierung und Zustand. Danach folgt der VIN- und Ursprungscheck, um Historie und Herstellungsort zu klären. Über eine Treuhandabwicklung wird der Kaufpreis abgesichert, anschließend organisieren wir den Seetransport (meist Container oder RoRo) zu einem europäischen Hafen. Es folgen die Verzollung, die technische Freigabe über TÜV beziehungsweise Einzelabnahme nach §21 StVZO und schließlich die Zulassung bei Ihrer Behörde.

Zoll, Steuern und Kosten verstehen

Kurz gefasst: 0 % Einfuhrzoll gibt es nur bei nachweisbarem US-Ursprung (VIN/Werk) – die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % fällt in jedem Fall an.

Für Pkw gilt in der EU regulär ein Einfuhrzoll von 10 Prozent. Bei nachweisbarem US-Ursprung kann dieser Satz nach den Verordnungen (EU) 2026/1455 und 2026/1461 auf 0 Prozent entfallen, sofern VIN und Herstellungswerk den US-Bau belegen und der Direkttransport eingehalten ist. Beim 300 ist dieser Nachweis besonders wichtig, da Teile der Produktion außerhalb der USA erfolgten – die Ursprungsprüfung entscheidet über den anwendbaren Satz. Unabhängig davon fällt immer die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent an. Hinzu kommen Transport, Hafengebühren, Gutachten und Zulassung. Wir arbeiten als Vermittler ohne eigene Fahrzeugmarge.

TÜV und Zulassung in Deutschland

Für die Einzelabnahme sind meist die Blinkerfarbe hinten, eine Nebelschlussleuchte und gelegentlich Anpassungen an der Scheinwerfereinstellung zu erledigen. Der 300 ist hier vergleichsweise unkompliziert, da viele Baujahre bereits über EU-taugliche Technik verfügen. Nach bestandener Prüfung und Vorlage der Zolldokumente sowie der CoC- oder Datenbestätigung erfolgt die reguläre Zulassung.

Die Kauf-Checkliste

Prüfen Sie die VIN auf Konsistenz und lassen Sie einen Carfax- oder AutoCheck-Bericht erstellen. Achten Sie auf den Titelstatus (Clean Title, kein Salvage/Rebuilt), auf Unfallfreiheit und lückenlosen Service. Kontrollieren Sie Unterboden und Radhäuser auf Rost, gerade bei Fahrzeugen aus dem Norden. Beim HEMI lohnt eine Kompressions- oder Diagnoseprüfung wegen der Stößelthematik, beim V6 ein Blick auf Ölverbrauch und Kühlmittelstand.

Fragen und Antworten

Ist der Chrysler 300 zollfrei importierbar?

Zollfreiheit lässt sich nie pauschal garantieren. Bei belegtem US-Ursprung (VIN/Werk) kann der Einfuhrzoll auf 0 Prozent sinken; ohne diesen Nachweis gilt der reguläre Satz. Die 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer fallen in jedem Fall an.

Welcher Motor ist die beste Wahl?

Der 3,6-Liter-V6 ist die vernünftige, breit verfügbare Basis. Der 5,7-Liter-HEMI bietet den typischen V8-Charakter, ist aber durstiger. Für Enthusiasten ist der 6,4-Liter das Highlight.

Wie alt sind typische Importfahrzeuge?

Häufig werden Baujahre ab 2015 mit 60.000 bis 160.000 Meilen angeboten; ältere und jüngere Exemplare gibt es ebenfalls.

Gibt es den 300 mit Allrad?

Ja, allerdings nur in Verbindung mit dem V6. Die V8-Modelle sind ausschließlich Hecktriebler.

Wie zuverlässig ist die Achtgang-Automatik?

Die ZF-8HP ist grundsätzlich langlebig, verlangt aber einen regelmäßigen Ölservice. Ruckeln oder Schaltverzögerung deuten auf vernachlässigte Wartung hin.

Welche Umbauten sind für den TÜV nötig?

Üblich sind gelbe Blinker hinten, eine Nebelschlussleuchte und gegebenenfalls eine Scheinwerferanpassung.

Rostet der Chrysler 300?

Fahrzeuge aus Salzregionen können Unterbodenrost zeigen. Südstaaten-Exemplare sind meist deutlich besser erhalten.

Kann ich Ersatzteile in Europa bekommen?

Ja, Verschleiß- und viele Serviceteile sind über den freien Handel gut verfügbar.

Weitere Modelle finden Sie im Chrysler im Carhub. Verwandte Limousinen sind der Chrysler 200, der Chevrolet Impala und der Cadillac CT5. Sehen Sie sich auch die aktuelle 300 Angebote an.