Mercedes-Benz GL-Class

Mercedes-Benz GL-Klasse gebraucht aus den USA importieren

Die GL-Klasse war Mercedes' erstes echtes Full-Size-SUV mit drei Sitzreihen und der Vorläufer der heutigen GLS-Klasse. Interessant für den Import ist ihr Geburtsort, denn gebaut wurde die GL-Klasse im US-Werk Tuscaloosa in Alabama. Viele der auf dem amerikanischen Markt angebotenen Fahrzeuge sind damit US-Ursprungs, was sich auf die zollrechtliche Bewertung auswirken kann.

Mercedes-Benz gl-class – Gebrauchtwagen aus den USA
Foto: OWS Photography · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

Von den Anfängen bis heute

Die erste Generation (X164) lief von 2006 bis 2012 und trat als geräumiges Sieben-Sitzer-SUV auf Basis der M-Klasse an. In den USA war sie als GL320 CDI/GL350 BlueTEC (Diesel) sowie als GL450 und GL550 mit V8 verbreitet. 2013 folgte die zweite Generation (X166), moderner, leichter und mit effizienteren Motoren. Sie umfasste den GL350 BlueTEC, den GL450, den GL550 und an der Spitze den GL63 AMG. 2016 wurde die Baureihe in GLS-Klasse umbenannt und weitergeführt.

Motorisierungen und Antrieb im Detail

Im US-Bestand finden sich zwei Charaktere. Der GL350 BlueTEC nutzt den 3,0-Liter-V6-Turbodiesel (OM642) mit rund 240 bis 258 PS und kräftigem Drehmoment, ideal für Langstrecke und Anhängerbetrieb. Auf der Benzinerseite kam im X166 der GL450 mit 3,0-Liter-V6-Biturbo (rund 362 PS) und der GL550 mit 4,7-Liter-V8-Biturbo (rund 429 PS); frühere X164 setzten auf 4,6- und 5,5-Liter-V8-Sauger. Der GL63 AMG bündelt den 5,5-Liter-V8-Biturbo mit etwa 550 PS. Alle Modelle kombinieren die 7G-Tronic-Automatik mit dem permanenten 4MATIC-Allradantrieb; Luftfederung (AIRMATIC) war weit verbreitet.

Trims und Ausstattungen

Amerikanische GL sind meist reich ausgestattet, häufig mit Premium-, Lighting- und Driver-Assistance-Paketen, Panoramadach, Standheizung, Anhängerkupplung und Unterhaltungssystemen im Fond. Karosserisch gibt es nur die große, dreireihige Variante mit serienmäßigen sieben Sitzen. Der GL63 AMG hebt sich durch eigenständige Optik, Sportfahrwerk und AMG-spezifische Ausstattung ab. Chrom- und Offroad-Pakete sowie große Räder sind auf dem US-Markt gängig.

Angebotslage in den USA

Der amerikanische Gebrauchtmarkt bietet die GL-Klasse in großer Zahl, vor allem die Baujahre 2007 bis 2016. Als beliebtes Familien- und Zugfahrzeug wurden viele Exemplare intensiv, aber gepflegt bewegt; Laufleistungen streuen entsprechend. Diesel-Modelle sind wegen ihrer Langstreckentauglichkeit gesucht. Rostarme Fahrzeuge stammen bevorzugt aus dem Süden und Südwesten. Ein vollständiges Serviceheft ist bei diesen komplexen SUVs besonders wertvoll.

Wer über den Import nachdenken sollte

Der Import lohnt für alle, die viel Platz, drei Sitzreihen und hohe Zugkraft zu vernünftigen Gebrauchtkonditionen suchen. Wegen der Fertigung in Tuscaloosa ist die Ursprungsfrage bei vielen Fahrzeugen günstig gelagert. Wer eine bestimmte Diesel- oder AMG-Variante mit Wunschausstattung sucht, findet im US-Angebot eine Vielfalt, die der deutsche Markt so nicht bietet.

Daten und Fakten

KarosserieFull-Size-SUV, 3 Sitzreihen (7 Sitze)
GenerationenX164 (2006–2012), X166 (2013–2016)
GL350 BlueTEC3,0 l V6-Turbodiesel (OM642), ca. 240–258 PS
GL450 (X166)3,0 l V6-Biturbo, ca. 362 PS
GL550 (X166)4,7 l V8-Biturbo, ca. 429 PS
GL63 AMG5,5 l V8-Biturbo, ca. 550 PS
Getriebe7G-Tronic Wandlerautomatik
AntriebPermanenter Allrad (4MATIC)
FahrwerkHäufig Luftfederung (AIRMATIC)
Längeca. 5,12 m
Leergewichtca. 2.400–2.600 kg
Anhängelastca. 3.500 kg (gebremst)
Tankinhaltca. 100 l
BauortTuscaloosa, Alabama, USA

Zuverlässigkeit und typische Schwachstellen

Die GL-Klasse ist robust, aber technisch aufwendig. Beim OM642-Diesel sind der Ölkühler und dessen Dichtungen, der Saugrohr-/Drallklappensteller sowie die Injektoren bekannte Themen; regelmäßiger Ruß- und Ölwartungsdienst zahlt sich aus. Die AIRMATIC-Luftfederung kann mit den Jahren undicht werden (Federbälge, Kompressor) und verursacht dann spürbare Kosten. Bei den V8-Biturbo-Benzinern lohnt der Blick auf Ölverlust und Nebenaggregate. Insgesamt gilt: Ein lückenloser Servicenachweis und eine sorgfältige Vorabprüfung sind bei diesem Fahrzeug entscheidend, um Folgekosten zu vermeiden.

US-Version und Europa im Vergleich

US-Fahrzeuge haben rote hintere Blinker, Seitenmarkierungsleuchten und Meilentacho. Die Diesel entsprechen den europäischen Pendants technisch weitgehend, nutzen aber teils AdBlue-Systeme mit US-Abstimmung. COMAND-Infotainment und Navigation sind auf Nordamerika kalibriert und müssen für Europa angepasst werden. Einige Assistenz- und Komfortdetails weichen von den europäischen Ausstattungslisten ab.

Vom US-Kauf bis zur Zulassung

Zunächst wird das passende Fahrzeug ausgewählt und der Zustand geprüft. Danach folgt der VIN- und Ursprungscheck: Die Fahrgestellnummer belegt Baujahr und Werk und ist bei der in Tuscaloosa gebauten GL-Klasse für die Zolleinstufung wichtig. Nach abgesicherter Treuhand-Abwicklung erfolgt der Seetransport ab US-Hafen. In Europa schließen sich Verzollung, technische Einzelabnahme bei TÜV oder DEKRA nach §21 StVZO und die Zulassung an.

Kosten, Zoll und Steuern im Überblick

Merke: Ohne Ursprungsnachweis kein 0-%-Zoll – und die 19 % Einfuhrumsatzsteuer gilt bei jeder Einfuhr.

Da die GL-Klasse in den USA gefertigt wird, kann bei nachweisbarem US-Ursprung über die VIN nach den seit dem 1. Juli 2026 geltenden EU-Verordnungen 2026/1455 und 2026/1461 ein Einfuhrzoll von null Prozent in Betracht kommen, sofern Direkttransport und Nachweise stimmen. Garantiert ist das nie und steht unter VIN-Vorbehalt. Unabhängig vom Zollsatz fällt die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent immer an und wird getrennt berechnet. Hinzu kommen Fracht, Umschlag, Versicherung, Abnahme und Zulassung. USCar Trader vermittelt neutral und ohne Fahrzeugmarge.

TÜV, Einzelabnahme, Anmeldung

Für die Einzelabnahme sind Beleuchtungsanpassungen üblich: gelbe hintere Blinker beziehungsweise Umcodierung, Nebelschlussleuchte und gegebenenfalls angepasste Scheinwerfer. Der Tacho wird auf km/h umgestellt. Bei Diesel-Modellen ist der Zustand der Abgasnachbehandlung relevant. Nach bestandener Prüfung werden Datenblatt und Papiere ausgestellt und das Fahrzeug regulär zugelassen; wegen Größe und Gewicht sind die Angaben zur zulässigen Gesamtmasse zu beachten.

Checkliste vor dem Kauf

  • VIN prüfen und Bauort Tuscaloosa für die Zolleinstufung bestätigen
  • Fahrzeughistorie über Carfax oder AutoCheck einsehen
  • AIRMATIC-Luftfederung auf Undichtigkeit und Niveauhaltung testen
  • Beim Diesel Ölkühler, Injektoren und AdBlue-System bewerten
  • Servicenachweise und erledigte Rückrufe kontrollieren
  • Titelstatus prüfen (Clean Title, kein Salvage/Rebuilt)
  • Rost an Unterboden und Fahrwerk sowie Zustand der dritten Sitzreihe prüfen

FAQ zum Import

Wird die Mercedes GL-Klasse in den USA gebaut?

Ja, die GL-Klasse lief im Mercedes-Werk Tuscaloosa in Alabama vom Band, weshalb viele US-Fahrzeuge amerikanischen Ursprungs sind.

Heißt US-Bau automatisch Nullzoll?

Nein. Bei nachgewiesenem US-Ursprung über die VIN ist ein Nullsatz möglich, aber nie garantiert und immer unter VIN-Vorbehalt.

Fällt trotzdem Einfuhrumsatzsteuer an?

Ja, die 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer werden unabhängig vom Zollsatz immer erhoben und getrennt ausgewiesen.

Diesel oder Benziner importieren?

Der GL350 BlueTEC ist für Langstrecke und Anhängerbetrieb sparsam und gesucht; die V8-Benziner und der GL63 AMG bieten mehr Leistung bei höherem Verbrauch.

Was kostet die Luftfederung im Alter?

AIRMATIC-Reparaturen an Federbälgen oder Kompressor können deutlich ins Geld gehen; ein sorgfältiger Test vor dem Kauf ist ratsam.

Ist die dritte Sitzreihe alltagstauglich?

Ja, die GL-Klasse bietet als echtes Full-Size-SUV serienmäßig sieben vollwertige Sitzplätze mit ordentlichem Raumangebot.

Bekomme ich Ersatzteile in Europa?

Ja, da die GL-Klasse eng mit der M-Klasse und dem Mercedes-Baukasten verwandt ist, ist die Teileversorgung gut.

Weitere Modelle zeigt der Mercedes-Benz im Carhub. Technisch und im Format verwandt sind die Mercedes-Benz M-Klasse, der GMC Yukon XL und der Lincoln Aviator. Sehen Sie sich die aktuelle GL-Klasse Angebote in der Fahrzeugsuche an.