Lincoln Continental
Lincoln Continental gebraucht aus den USA importieren
Die zehnte Generation des Lincoln Continental (2017-2020) war Lincolns Rueckkehr in das Segment der grossen Oberklasse-Limousinen und blieb dem europaeischen Markt weitgehend verborgen. Wer einen ruhigen, weich abgestimmten Cruiser mit ungewoehnlicher Ausstattung und starkem V6 sucht, findet ihn fast ausschliesslich auf dem US-Gebrauchtmarkt. Als unabhaengiger Vermittler begleiten wir den Import gebrauchter Fahrzeuge, ohne selbst Haendler zu sein.

Modellgeschichte: Baujahre und Generationen
Der Name Continental reicht bis 1939 zurueck und stand ueber Jahrzehnte fuer Lincolns Repraesentationslimousinen, unterbrochen von den Mark-Baureihen. Fuer den Import relevant ist die zehnte und letzte Generation, die 2016 als Studie gezeigt und 2017 in Serie ging. Sie basiert auf Fords CD4-Plattform, die auch Fusion und MKZ trugen, wurde aber deutlich gestreckt. 2019 folgte zum 80-jaehrigen Jubilaeum die limitierte Coach-Door-Variante mit hinten angeschlagenen Tueren und verlaengertem Radstand. 2020 lief die Produktion in Flat Rock, Michigan, aus.
Motoren, Getriebe und Allrad im Überblick
Basis war der 3.7-Liter-Ti-VCT-V6 mit rund 305 PS, gefolgt vom 2.7-Liter-EcoBoost mit Doppelturbo und etwa 335 PS. Das Topaggregat ist der 3.0-Liter-GTDI-EcoBoost, ein Biturbo-V6 mit rund 400 PS und knapp 542 Nm, der ausschliesslich mit Allrad kombiniert wurde. Alle Varianten schalten ueber eine Sechsgang-Wandlerautomatik (6F55); serienmaessig treibt der Continental die Vorderachse an, gegen Aufpreis kam Allradantrieb hinzu. Im US-Bestand dominieren die 3.7- und 2.7-Motoren, der 400-PS-Allradler ist seltener und meist in gehobenen Ausstattungen zu finden.
Ausstattungen im US-Angebot
Lincoln staffelte den Continental in die Linien Premiere, Select, Reserve und das exklusive Black Label. Charakteristisch sind die elektrischen E-Latch-Tuergriffe, die in die Zierleiste integriert sind, sowie die optionalen 30-fach verstellbaren Perfect-Position-Sitze mit getrennt regelbaren Oberschenkelauflagen. Die Coach-Door-Edition bildet die seltene Spitze der Baureihe. Als Karosserie gab es ausschliesslich die viertuerige Stufenhecklimousine.
Gebrauchtmarkt USA
In den USA ist der Continental der zehnten Generation regelmaessig verfuegbar, oft aus Erstbesitz oder Leasingrueckläufen. Typische Baujahre liegen zwischen 2017 und 2020, gaengige Laufleistungen bewegen sich haeufig im mittleren fuenfstelligen Meilenbereich. Viele Exemplare stammen aus warmen Suedstaaten und sind entsprechend rostarm. Reserve- und Black-Label-Ausstattungen mit dem 3.0-Biturbo sind gesuchter und seltener als die Basisvarianten.
Für wen der Import interessant ist
Der Continental ist etwas fuer Liebhaber komfortbetonter US-Limousinen, die sich bewusst vom europaeischen Sport-Mainstream absetzen wollen. Wer Wert auf ruhiges Fahrwerk, grosszuegiges Platzangebot im Fond und ein seltenes Erscheinungsbild legt, wird hier faendig. Fuer Fahrer, die knackige Lenkung und straffe Abstimmung suchen, ist er die falsche Wahl.
Die wichtigsten Kennzahlen
| Bauzeit (10. Gen.) | 2017-2020 |
| Karosserie | Stufenheck-Limousine, 4 Tueren |
| Motoren | 3.7 V6, 2.7 V6 Biturbo, 3.0 V6 Biturbo |
| Leistung | ca. 305 / 335 / 400 PS |
| Max. Drehmoment (3.0) | ca. 542 Nm |
| Getriebe | 6-Gang-Wandlerautomatik |
| Antrieb | Frontantrieb, optional Allrad |
| 0-100 km/h (3.0 AWD) | ca. 5,6 s |
| Laenge | ca. 5,11 m |
| Radstand | ca. 2,99 m |
| Leergewicht | ca. 1.900-2.020 kg |
| Kofferraum | ca. 467 l |
| Tankinhalt | ca. 68 l |
| Kraftstoff | Benzin |
Schwachstellen, die Käufer kennen sollten
Die EcoBoost-V6 gelten grundsaetzlich als kraftvoll, verlangen aber Aufmerksamkeit. Durch die reine Direkteinspritzung neigen die Einlassventile ueber die Laufzeit zu Verkokung; eine Reinigung kann bei hoeheren Laufleistungen faellig werden. Konstruktiv anspruchsvoll ist die intern verbaute, kettengetriebene Wasserpumpe der Cyclone-V6: Ein Defekt kann Kuehlmittel ins Oel bringen und macht die Reparatur aufwendig. Die elektrischen E-Latch-Tueren waren Gegenstand von Rueckrufen wegen sich oeffnender Tueren; der Rueckrufstatus sollte geprueft werden. Die Sechsgang-Automatik gilt als robust, profitiert aber von regelmaessigem Oelwechsel.
Unterschiede zur europäischen Version
US-Modelle tragen orange-rote Seitenmarkierungsleuchten und eine abweichende Blinker- und Scheinwerferabstimmung; fuer die deutsche Zulassung ist meist eine Anpassung der Beleuchtung noetig. Das Kombiinstrument zeigt Meilen, die Navigation nutzt US-Kartenmaterial. Der Continental wurde nie offiziell in Europa verkauft, weshalb Ersatzteile und Werkstatt-Know-how hierzulande begrenzt sind - das sollte man einkalkulieren.
Import Schritt fuer Schritt
Zunaechst waehlen Sie ein konkretes Fahrzeug aus und lassen VIN sowie Herstellungsort pruefen. Danach folgen eine treuhaenderische Kaufabwicklung, der Seetransport im Container oder RoRo, die Verzollung im EU-Eingangshafen, die technische Abnahme per Einzelabnahme beim TUEV und schliesslich die Zulassung. Jeder Schritt wird dokumentiert, damit Herkunft und Zustand nachvollziehbar bleiben.
Zoll und Steuern: das fällt an
Kurz gefasst: 0 % Einfuhrzoll gibt es nur bei nachweisbarem US-Ursprung (VIN/Werk) – die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % fällt in jedem Fall an.
Da dieses Modell mit neutraler Herkunft gefuehrt wird, richtet sich der Einfuhrzoll nach dem tatsaechlichen Herstellungsort. Ein Einfuhrzoll von 0% ist nach den Verordnungen (EU) 2026/1455 und 2026/1461 nur bei nachweisbarem US-Ursprung ueber VIN und Werk sowie Direkttransport moeglich; ohne diesen Nachweis gilt der jeweils zutreffende Satz. Unabhaengig davon faellt immer die Einfuhrumsatzsteuer von 19% an, die getrennt vom Zoll berechnet wird. Hinzu kommen Nebenkosten wie Transport, Abnahme und Zulassung. Wir arbeiten als Vermittler ohne eigene Marge.
Umrüstung und Einzelabnahme
Fuer die Einzelabnahme werden ueblicherweise die Beleuchtung angepasst (Blinkerfarbe, Nebelschlussleuchte), Reifen mit passender Freigabe montiert und die Konformitaet dokumentiert. Nach bestandener Pruefung stellt der TUEV das Gutachten aus, mit dem die oertliche Zulassungsstelle das Fahrzeug registriert.
Diese Punkte vor dem Kauf klären
- VIN entschluesseln und Ausstattung sowie Motor verifizieren
- Fahrzeughistorie ueber Carfax oder AutoCheck einsehen
- Unterboden und Radhaeuser auf Rost pruefen (Nordstaaten meiden)
- Servicenachweise fuer Oelwechsel und Wartung anfordern
- Titelstatus klaeren (Clean Title statt Salvage/Rebuilt)
- Rueckrufstatus der E-Latch-Tueren pruefen lassen
- Funktion der Perfect-Position-Sitze und Elektronik testen
Häufig gestellte Fragen
Ist der Lincoln Continental ein Neuwagen?
Nein. Wir vermitteln ausschliesslich gebrauchte Fahrzeuge; die zehnte Generation wird seit 2020 nicht mehr gebaut.
Kann ich den Continental zollfrei importieren?
Zollfreiheit wird nicht garantiert. Ein Satz von 0% ist nur bei belegbarem US-Ursprung ueber VIN und Werk moeglich, andernfalls gilt der herkunftsabhaengige Satz.
Faellt trotzdem Steuer an?
Ja. Die Einfuhrumsatzsteuer von 19% wird unabhaengig vom Zoll immer erhoben.
Welcher Motor ist empfehlenswert?
Der 3.7 V6 ist unkompliziert, der 3.0 Biturbo mit Allrad bietet die meiste Leistung, verlangt aber sorgfaeltige Wartung.
Wie steht es um Ersatzteile in Deutschland?
Viele Komponenten teilen sich mit Ford-Modellen, spezifische Continental-Teile muessen jedoch teils aus den USA bezogen werden.
Wie lange dauert der Import?
Je nach Verschiffung und Terminlage sind mehrere Wochen bis wenige Monate ueblich.
Rostet der Continental stark?
Exemplare aus Suedstaaten sind meist rostarm; Fahrzeuge aus dem Streusalzguertel sollten genau geprueft werden.
Ist eine Einzelabnahme immer noetig?
Da keine EU-Typgenehmigung vorliegt, ist in der Regel eine Einzelabnahme erforderlich.
Mehr Modelle finden Sie im Lincoln im Carhub. Interessant sind auch der Lincoln MKZ, der klassische Lincoln Town Car und der Cadillac CT6. Aktuelle Angebote sehen Sie unter aktuelle Continental Angebote.