BMW Z4
BMW Z4 gebraucht aus den USA importieren
Der Z4 ist BMWs Antwort auf die klassische Roadster-Frage: Hinterradantrieb, längs eingebauter Reihensechszylinder und ein Fahrwerk, das lange Landstraßen zum Ereignis macht. Auf dem US-Gebrauchtmarkt taucht er in allen drei Generationen auf – vom in Spartanburg gebauten E85 bis zum aktuellen G29 aus Graz. Der Blick über den Atlantik lohnt vor allem wegen der breiten Ausstattungsvielfalt und oft rostarmer Fahrzeuge aus den Sonnenstaaten.

Die Generationen im Überblick
Die erste Generation (E85 Roadster, E86 Coupé, 2002–2008) löste den Z3 ab und wurde – für BMW ungewöhnlich – im Werk Spartanburg, South Carolina, gefertigt. Kantiges Flame-Surfacing-Design, klassisches Stoffverdeck, satter Sechszylinder-Klang. Ab 2006 brachte der 3.0si den N52-Magnesium-Aluminium-Motor. Das Topmodell Z4 M (E85/E86) trug den hochdrehenden S54 aus dem E46 M3.
Die zweite Generation (E89, 2009–2016) wechselte auf ein zweiteiliges Metall-Klappdach und lief in Regensburg vom Band. Hier hielten Turbomotoren Einzug: der N54-Biturbo im sDrive35i sowie der stärker abgestimmte sDrive35is. Optisch gestreckter, eher Gran Turismo als kompromissloser Roadster, dafür alltagstauglicher.
Die aktuelle Generation (G29, seit 2019) entsteht bei Magna Steyr in Graz und teilt sich die Plattform mit dem Toyota GR Supra. BMW kehrte zum leichteren Stoffverdeck zurück. Unter der Haube arbeiten der B48-Vierzylinder-Turbo oder der kräftige B58-Reihensechszylinder im M40i.
Antrieb und Motorenpalette
Im US-Bestand dominieren die stärkeren Varianten. Beim E89 findet sich häufig der sDrive35i mit dem 3,0-Liter-N54-Biturbo (306 PS) und der sDrive35is (340 PS), beide serienmäßig mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe; der sDrive28i nutzt den aufgeladenen 2,0-Liter-N20-Vierzylinder (245 PS). Frühe E85 fahren mit dem 3,0-Liter-Saugsechszylinder (231 bzw. 265 PS beim 3.0si), wahlweise mit Sechsgang-Handschaltung. Der G29 tritt in den USA als sDrive30i (2,0-Liter, 258 PS) und als M40i (B58, rund 340 PS, 8-Gang-Wandlerautomatik) an. Allen gemeinsam: Antrieb an die Hinterachse, ausgewogene Gewichtsverteilung nahe 50:50.
Welche Ausstattung sich lohnt
BMW gliedert den Z4 über sDrive-Modellbezeichnungen und Pakete statt fester Trims. Verbreitet sind das M Sport Paket (straffere Abstimmung, größere Räder, Sportsitze), Premium- und Technology-Pakete mit Navi, Head-up-Display und Harman-Kardon-Sound. Karosserieseitig stehen sich Roadster und – nur in der ersten Generation – das feste Coupé gegenüber. Der E89 bringt das versenkbare Hardtop mit, der G29 setzt wieder auf ein elektrohydraulisches Stoffdach, das bis etwa 50 km/h öffnet.
Gebrauchtangebot in den USA
In den USA war der Z4 stets ein Zweitwagen und Schönwetter-Fahrzeug, entsprechend niedrig fallen die Laufleistungen oft aus – viele E89 liegen bei moderaten Meilenständen und wurden pfleglich bewegt. Aus Kalifornien, Arizona und Florida kommen Exemplare mit kaum vorhandenem Unterbodenrost. Verbreitet sind Baujahre 2011–2016 (E89) sowie zunehmend frühe G29 ab 2019. Preislich attraktiv sind die Vierzylinder, gesuchter sind Sechszylinder mit Handschaltung.
Für wen sich der Import lohnt
Wer einen konfigurationsseitig selten gewordenen Z4 sucht – etwa einen 35is oder einen frühen 3.0si mit Schaltgetriebe – findet in den USA eine deutlich größere Auswahl als hierzulande. Auch Sammler früher E85/E86 profitieren, weil diese in Spartanburg gebaut wurden und bei sauberem VIN-Nachweis den US-Ursprung erfüllen. Für reine Alltagsfahrer mit Garagenwunsch ist der E89 mit festem Dach die pragmatische Wahl.
Technische Daten im Überblick
| Fahrzeugklasse | Roadster / Coupé (2-Sitzer) |
| Generationen | E85/E86 (2002–2008), E89 (2009–2016), G29 (seit 2019) |
| Motoren (Auswahl) | 2,0 R4 Turbo; 3,0 R6 Saug; 3,0 R6 (Bi-)Turbo; 3,2 S54 |
| Leistung | ca. 231–340 PS je nach Variante |
| Antrieb | Hinterradantrieb (sDrive) |
| Getriebe | 6-Gang manuell, 7-Gang DKG, 8-Gang Automatik |
| 0–100 km/h | ca. 4,5–6,8 s je nach Modell |
| Höchstgeschwindigkeit | ca. 250 km/h (abgeregelt) bei Topmodellen |
| Länge (E89) | ca. 4.239 mm |
| Länge (G29) | ca. 4.324 mm |
| Leergewicht | ca. 1.400–1.600 kg |
| Kofferraum (Dach zu) | ca. 180–281 Liter |
| Verdeck | Stoff (E85/G29), Metall-Klappdach (E89) |
| Verbrauch kombiniert | ca. 7–9 l/100 km je nach Motor |
| Bauart Karosserie | 2-türig, offen/geschlossen |
Zuverlässigkeit: bekannte Problemzonen
Der N54-Biturbo im sDrive35i gilt als stark, aber wartungsintensiv: Hochdruckpumpe (HPFP), Wastegate-Rasseln und Verkokung der Einlassventile durch Direkteinspritzung sind bekannt. Der N20-Vierzylinder frühe Baujahre hatte Probleme mit Steuerkette und Kettenspanner. Bei den Saugsechszylindern (M54/N52) treten Ventildeckel- und Ölfiltergehäuse-Undichtigkeiten sowie VANOS-Verschleiß auf. Beim E89-Klappdach können Hydraulik und Mikroschalter des Faltmechanismus Ärger machen – eine Funktionsprüfung des Dachs ist Pflicht. Der B58 im G29 gilt bislang als sehr robust.
USA- und EU-Ausführung im Vergleich
US-Modelle tragen serienmäßig Seitenmarkierungsleuchten, teils rote statt gelber hintere Blinker und eine in Meilen skalierte Instrumentierung. Ausstattungspakete sind anders geschnürt; Diesel- und Basis-Benziner der EU (z. B. sDrive18i/20i älterer Prägung) gab es in den USA nicht. Die Rückfahrkamera und US-Navigationsdaten sind auf den nordamerikanischen Markt zugeschnitten und werden für Europa angepasst.
In sieben Schritten zum eigenen US-Import
Zuerst die passende Auktions- oder Händleranzeige auswählen. Dann VIN- und Ursprungscheck: Fahrgestellnummer, Werk und Titelstatus (Clean vs. Salvage) prüfen. Über eine Treuhandabwicklung wird sicher bezahlt, anschließend erfolgt Landtransport zum Verschiffungshafen und der Seetransport (meist Container oder RoRo) nach Bremerhaven, Rotterdam oder Antwerpen. Es folgen Verzollung und Einfuhrumsatzsteuer, danach technische Einzelabnahme/TÜV mit den nötigen Anpassungen und zuletzt die Zulassung.
Zoll, Steuern und Kosten verstehen
Kurz gefasst: 0 % Einfuhrzoll gibt es nur bei nachweisbarem US-Ursprung (VIN/Werk) – die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % fällt in jedem Fall an.
Der Einfuhrzoll richtet sich nach dem tatsächlichen Herstellungsort. Ein in Spartanburg gebauter E85/E86 kann bei nachweisbarem US-Ursprung (VIN, Werksbeleg) von 0 % Einfuhrzoll nach den EU-Verordnungen 2026/1455 und 2026/1461 profitieren (seit 01.07.2026, Direkttransport vorausgesetzt, befristet bis 31.12.2029). E89 (Regensburg) und G29 (Graz) sind europäischen Ursprungs – hier greift der jeweils gültige Satz bzw. eine Rückwarenregelung, die individuell zu prüfen ist. Unabhängig davon fällt immer die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % an, berechnet auf Fahrzeugwert plus Transport und Zoll. Hinzu kommen Fracht, Abnahme und Zulassung. USCar Trader tritt als Vermittler auf und schlägt keine Fahrzeugmarge auf.
TÜV und Zulassung in Deutschland
Für die Einzelabnahme nach §21 StVZO sind meist Anpassungen an der Beleuchtung nötig: gelbe seitliche Blinker bzw. Umstellung der hinteren Blinkfunktion, Nebelschlussleuchte und eine an ECE-Normen angepasste Frontbeleuchtung. Der Prüfer kontrolliert außerdem Reifenfreigaben und Abgaswerte. Nach bestandener Abnahme und Ausstellung der Papiere erfolgt die reguläre Zulassung.
Die Kauf-Checkliste
1. VIN entschlüsseln und Werk/Baujahr bestätigen. 2. Carfax/AutoCheck auf Unfälle und Titelhistorie prüfen. 3. Titelstatus klären (Clean bevorzugt, Salvage kritisch). 4. Verdeck- bzw. Klappdachfunktion testen lassen. 5. Servicenachweise für Kette, VANOS und HPFP einsehen. 6. Unterboden und Radläufe auf Rost prüfen. 7. Motorölstand und Kühlsystem auf Undichtigkeiten kontrollieren.
Fragen und Antworten
Ist beim BMW Z4 aus den USA 0 % Einfuhrzoll möglich?
Nur bei nachweisbarem US-Ursprung, also etwa beim in Spartanburg gebauten E85/E86. E89 und G29 stammen aus Europa; hier gilt der Satz je nach Herkunft. Die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % fällt in jedem Fall an.
Welche Z4-Generation eignet sich am besten für den Import?
Für Alltag und Wetterschutz der E89 mit Klappdach, für Sammler der frühe E85/E86 mit Sechszylinder, für Fahrspaß der G29 M40i.
Wie zuverlässig ist der sDrive35i mit N54?
Leistungsstark, aber pflegebedürftig. Hochdruckpumpe, Wastegates und Ventilverkokung sollten dokumentiert oder eingeplant werden.
Gab es den Z4 mit Handschaltung?
Ja, vor allem in der ersten Generation und bei einzelnen Sechszylindern; in den USA sind solche Exemplare gesucht, aber auffindbar.
Wie lange dauert der Import?
Von Kauf bis Zulassung meist mehrere Wochen, abhängig von Verschiffung, Zollabfertigung und Terminen bei der Einzelabnahme.
Rostet der Z4 aus den USA weniger?
Fahrzeuge aus trockenen Südstaaten zeigen oft deutlich weniger Unterbodenkorrosion als vergleichbare europäische Ganzjahresautos.
Fällt beim Import immer Einfuhrumsatzsteuer an?
Ja, die 19 % Einfuhrumsatzsteuer werden unabhängig vom Zollsatz stets erhoben.
Mehr zur Marke finden Sie im BMW im Carhub. Ähnlich interessant sind der BMW M4 Coupé, der Porsche Boxster und der Nissan Z. Sehen Sie sich auch die aktuellen Z4 Angebote an.