BMW M4 Coupe

BMW M4 Coupé gebraucht aus den USA importieren

Das M4 Coupé ist BMWs kompromissloser Zweitürer der M GmbH – geboren aus der Umbenennung des M3 Coupé, angetrieben von aufgeladenen Reihensechszylindern und wahlweise mit echter Handschaltung. Auf dem US-Markt war der M4 stark vertreten, oft üppig ausgestattet und in Konfigurationen, die es in Europa selten gab. Für Enthusiasten ist der Import daher ein Weg zu genau dem Wunschexemplar.

BMW m4-coupe – Gebrauchtwagen aus den USA
Foto: Charles from Port Chester, New York · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Von den Anfängen bis heute

Die erste M4-Generation (F82, 2014–2020) trennte das Coupé namentlich vom M3, der fortan nur noch die Limousine bezeichnete. Herzstück war der Twin-Turbo-Reihensechszylinder S55 mit 431 PS, in der ab 2016 erhältlichen Competition-Version 450 PS. Es gab Sonderserien wie den leichteren, aggressiver abgestimmten M4 CS. Die Karosserie kombinierte CFK-Dach mit breiten Kotflügeln.

Die zweite Generation (G82, seit 2021) fällt durch die große Hochkühlerniere auf und nutzt den neuen S58-Motor: 480 PS in der Basis, 510 PS als Competition, die es erstmals auch mit M xDrive-Allradantrieb gibt. An der Spitze steht der puristische, hinterradgetriebene M4 CSL mit rund 550 PS.

Motorisierungen und Antrieb im Detail

Der F82 setzt auf den 3,0-Liter-S55 mit zwei Mono-Scroll-Turboladern, geschlossenem Deck und geschmiedeter Kurbelwelle. Wählbar waren eine präzise Sechsgang-Handschaltung oder das schnelle 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT), stets mit Hinterradantrieb und aktivem M-Differenzial. Der G82 trägt den weiterentwickelten 3,0-Liter-S58; hier kombiniert BMW eine Sechsgang-Handschaltung (in der Basis) oder die 8-Gang-M-Steptronic-Wandlerautomatik in der Competition, wahlweise mit zuschaltbarem Allrad. In den USA sind Competition-Modelle mit Automatik besonders häufig, Handschalter dagegen gesucht.

Trims und Ausstattungen

Neben Basis und Competition prägen Pakete das Bild: das M Driver's Package (höhere Abregelgeschwindigkeit), Carbon-Keramik-Bremsen, Carbon-Schalensitze, das Executive-Paket mit Head-up-Display und Harman-Kardon- bzw. Bowers-&-Wilkins-Sound. US-Fahrzeuge sind oft reich bestückt. Karosserieseitig bleibt es beim zweitürigen Coupé; das offene Pendant ist das M4 Cabrio, die viertürige Variante der M3.

Angebotslage in den USA

Der US-Markt bietet ein großes, gut gepflegtes M4-Angebot, darunter viele F82 Competition der Baujahre 2016–2020 sowie zunehmend frühe G82 ab 2021. Weil viele M4 als Zweit- oder Wochenendwagen liefen, finden sich Exemplare mit überschaubaren Laufleistungen. Beliebt für den Import sind Fahrzeuge aus trockenen Regionen ohne Streusalzbelastung. Handschalter und Sondermodelle wie der CS sind Sammlerstücke.

Wer über den Import nachdenken sollte

Wer einen bestimmten M4 sucht – etwa einen F82 Competition mit Handschaltung oder eine spezielle Farb-Ausstattungs-Kombination – trifft in den USA auf mehr Auswahl als hierzulande. Auch preislich attraktive, gut ausgestattete Exemplare sind ein Argument. Für Sammler zählen Sondermodelle und rostfreie Südstaaten-Fahrzeuge.

Daten und Fakten

FahrzeugklasseSportcoupé (2+2)
GenerationenF82 (2014–2020), G82 (seit 2021)
Motor3,0 l R6 Biturbo (S55 / S58)
Leistung431–510 PS (CSL rund 550 PS)
Drehmomentca. 550–650 Nm
Getriebe6-Gang manuell, 7-Gang DCT, 8-Gang Automatik
AntriebHinterrad, G82 Competition auch M xDrive
0–100 km/hca. 3,5–4,3 s je nach Version
Höchstgeschwindigkeit250 km/h, mit M Driver's Package bis ca. 290 km/h
Länge (F82)ca. 4.671 mm
Länge (G82)ca. 4.794 mm
Leergewichtca. 1.560–1.800 kg
DachCFK (kohlefaserverstärkter Kunststoff)
BremsenStahl serienmäßig, Carbon-Keramik optional
KraftstoffBenzin (Super Plus empfohlen)

Zuverlässigkeit und typische Schwachstellen

Der S55 des F82 gilt als potent und tuningfreudig, hat aber bekannte Schwachpunkte: die verpresste Kurbelwellennabe ("Crank Hub") kann sich bei stark leistungsgesteigerten Motoren verdrehen, Pleuellager sind bei extremem Einsatz kritisch, und Ladeluftrohr (Charge Pipe) sowie Ölwannendichtung neigen zu Undichtigkeiten. Das DCT-Getriebe braucht regelmäßigen Ölwechsel. Der S58 im G82 ist weiterentwickelt und bislang unauffälliger, wenige frühe Fahrzeuge zeigten Software-Themen. Ein Kaltstart-Check, Servicenachweise und – bei getunten Autos – Klarheit über verbaute Teile sind entscheidend.

US-Version und Europa im Vergleich

US-M4 tragen Seitenmarkierungsleuchten, oft rote hintere Blinker, einen Meilen-Tacho und teils andere Paketkombinationen. Die Höchstgeschwindigkeit ist wie in Europa serienmäßig bei 250 km/h abgeregelt, mit M Driver's Package höher. Technisch sind die Fahrzeuge nahezu identisch, was die Zulassung erleichtert; anzupassen sind primär Beleuchtung und Nebelschlussleuchte. Bei der Kraftstoffwahl empfiehlt sich hochoktaniges Super Plus.

Vom US-Kauf bis zur Zulassung

Zunächst das passende Fahrzeug auswählen, dann VIN- und Ursprungscheck inklusive Titelstatus und – wichtig beim M4 – Prüfung auf Tuning und Unfallhistorie. Die Zahlung erfolgt über Treuhand, danach Landtransport zum Hafen und Seefracht (bevorzugt Container zum Schutz) nach Europa. Es folgen Verzollung und Einfuhrumsatzsteuer, die technische Einzelabnahme/TÜV mit den nötigen Anpassungen und abschließend die Zulassung.

Kosten, Zoll und Steuern im Überblick

Merke: Ohne Ursprungsnachweis kein 0-%-Zoll – und die 19 % Einfuhrumsatzsteuer gilt bei jeder Einfuhr.

Der Einfuhrzoll bemisst sich nach dem Herstellungsort. Das M4 Coupé wird im Stammwerk München gebaut und ist damit europäischen Ursprungs – der 0-%-Satz für US-gebaute Fahrzeuge nach den EU-Verordnungen 2026/1455 und 2026/1461 greift hier grundsätzlich nicht; stattdessen gilt der jeweils passende Satz bzw. gegebenenfalls eine Rückwarenregelung, die individuell geprüft werden muss. Die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % fällt unabhängig davon immer an, berechnet auf Fahrzeugwert zuzüglich Fracht und Zoll. Hinzu kommen Transport, Abnahme und Zulassung. USCar Trader tritt als Vermittler auf und erhebt keine Fahrzeugmarge.

TÜV, Einzelabnahme, Anmeldung

Für die Einzelabnahme nach §21 StVZO sind Beleuchtungsanpassungen üblich: seitliche Gelbblinker bzw. Umstellung der hinteren Blinkfunktion, Nebelschlussleuchte und ECE-konforme Scheinwerfer. Bei getunten Fahrzeugen prüft der Sachverständige zusätzlich Abgas, Reifen/Felgen mit Freigabe und etwaige Fahrwerksänderungen. Nach bestandener Abnahme erfolgt die Zulassung; die Kfz-Steuer richtet sich nach Hubraum und CO2.

Checkliste vor dem Kauf

1. VIN entschlüsseln, Werk (München) und Baujahr bestätigen. 2. Carfax/AutoCheck auf Unfälle und Titelstatus prüfen. 3. Auf Tuning und ausgetauschte Komponenten (Software, Turbo) achten. 4. Beim F82 den Zustand von Crank Hub/Pleuellagern und DCT-Service klären. 5. Serviceheft und Ölwechselintervalle einsehen. 6. Bremsen (Stahl oder Carbon-Keramik) auf Verschleiß prüfen. 7. Unterboden und Radläufe auf Rost/Streusalzspuren kontrollieren.

FAQ zum Import

Gilt für das BMW M4 Coupé aus den USA 0 % Einfuhrzoll?

In der Regel nicht, denn der M4 wird in München gebaut und ist europäischen Ursprungs. Der 0-%-Satz gilt für US-gebaute Fahrzeuge; für den M4 ist der Fall individuell zu prüfen. Die 19 % Einfuhrumsatzsteuer fällt immer an.

Was ist das Crank-Hub-Problem beim S55?

Die verpresste Kurbelwellennabe kann sich bei stark leistungsgesteigerten F82-Motoren verdrehen. Bei serienmäßigen Autos ist das selten, bei getunten sollte man es prüfen und dokumentieren lassen.

Handschalter oder DCT – was ist gefragter?

Handschalter sind seltener und bei Sammlern begehrt; das DCT bzw. die Automatik ist schneller und alltagstauglicher.

Ist der G82 zuverlässiger als der F82?

Der S58 des G82 gilt bislang als robuster; der F82 ist stark, verlangt aber sorgfältige Wartung und Vorsicht bei Tuning.

Welcher Kraftstoff wird empfohlen?

Hochoktaniges Super Plus, um Leistung und Motorschutz sicherzustellen.

Lohnt sich der Import trotz Herkunft aus Europa?

Ja, wenn Auswahl, Ausstattung oder Preis überzeugen; der Zollvorteil für US-Bau entfällt zwar, die 19 % Einfuhrumsatzsteuer bleibt ohnehin bestehen.

Fällt beim Import immer Einfuhrumsatzsteuer an?

Ja, die 19 % Einfuhrumsatzsteuer werden unabhängig vom Zollsatz stets erhoben.

Mehr Modelle zeigt der BMW im Carhub. Sportlich verwandt sind der BMW M3 Sedan, das BMW M2 Coupé und das BMW M4 Cabrio. Sehen Sie sich die aktuellen M4 Coupé Angebote an.