Rolls-Royce Ghost

Rolls-Royce Ghost gebraucht aus den USA importieren

Der Ghost ist die „kleinere“, fahraktivere Luxuslimousine von Rolls-Royce – unter der würdevollen Hülle steckt ein Zwölfzylinder-Biturbo mit BMW-Genen und ein Fahrwerk, das die Straße geradezu verschluckt. Der US-Markt ist einer der größten Absatzräume der Marke, weshalb dort ein bemerkenswert breites Gebrauchtangebot besteht, oft mit üppiger Ausstattung und gepflegter Historie.

Rolls-Royce ghost – Gebrauchtwagen aus den USA
Foto: Bobak Ha'Eri · CC BY 3.0 · Wikimedia Commons

Die Generationen im Überblick

Die erste Ghost-Generation (2010–2020) wurde in Goodwood gebaut und teilte sich Teile der Technik mit dem damaligen BMW-Oberklasseprogramm, ohne dass dies von außen spürbar wäre. 2014 folgte die überarbeitete Series II mit sanft geänderter Front und feiner Elektronik. Parallel gab es die Langversion Ghost Extended Wheelbase (EWB) für maximalen Fondkomfort. Die zweite Generation ab 2020 ruht auf der markeneigenen Aluminium-Spaceframe-Architektur und führte das vorausschauende „Planar“-Fahrwerk ein. Beide Generationen sind im US-Bestand vertreten, wobei die erste die größere Auswahl bietet.

Antrieb und Motorenpalette

Angetrieben wird der Ghost stets von einem Zwölfzylinder-Biturbo. Die erste Generation nutzt den 6,6-Liter-V12 mit rund 563 PS, die Series II leistet ähnlich, und die zweite Generation setzt auf den 6,75-Liter-V12 mit ebenfalls etwa 563 PS und gewaltigem Drehmoment schon aus dem Leerlauf heraus. Gekoppelt ist der Motor an eine sanft agierende ZF-Achtgangautomatik, in der aktuellen Generation satellitengestützt vorausschauend schaltend. Allradantrieb und Allradlenkung gehören beim neuen Modell zum Repertoire. Die sportlichere Black-Badge-Variante hebt Leistung und Ansprechverhalten an.

Welche Ausstattung sich lohnt

Rolls-Royce arbeitet weniger mit klassischen Trims als mit nahezu grenzenloser Individualisierung über das Bespoke-Programm. Im Kern gibt es den Ghost, die Langversion EWB und die dunkel inszenierte Black-Badge-Ausführung. Häufig anzutreffen sind der Sternenhimmel im Dachhimmel, Panoramadach, Belüftungs- und Massagesitze, Fondentertainment und feinste Leder- und Holzausstattungen.

Gebrauchtangebot in den USA

In den USA wird der Ghost häufig geleast und nach wenigen Jahren weitergereicht, was zu einem steten Nachschub gut erhaltener, ausstattungsstarker Fahrzeuge mit moderaten Laufleistungen führt. Besonders die Baujahre der ersten Generation sind in großer Zahl und mit deutlich günstigeren Konditionen als in Europa zu finden. Eine lückenlose Servicehistorie beim Vertragspartner ist bei einem Fahrzeug dieser Klasse das wichtigste Kaufkriterium.

Für wen sich der Import lohnt

Der Import lohnt für anspruchsvolle Käufer, die den Wertverlust der ersten Jahre bewusst nutzen und ein repräsentatives Fahrzeug der obersten Liga suchen. Wer die hohen Unterhalts-, Reifen- und Servicekosten realistisch einplant, erschließt sich über den US-Markt eine Auswahl und Ausstattungstiefe, die den europäischen Bestand oft übertrifft.

Technische Daten im Überblick

FahrzeugklasseLuxuslimousine
GenerationenGen 1 (2010–2020), Gen 2 (ab 2020)
Motor Gen 16,6 L V12 Biturbo ~563 PS
Motor Gen 26,75 L V12 Biturbo ~563 PS
Black Badgeangehobene Leistung (~600 PS)
GetriebeZF 8-Gang Automatik
AntriebHinterrad (Gen 2 Allrad, Allradlenkung)
Länge (Standard)ca. 5.400 mm
Länge EWBca. 5.550 mm
Leergewichtca. 2.360–2.550 kg
0–100 km/hca. 4,8–5,3 s
Höchstgeschwindigkeitabgeregelt ca. 250 km/h
Tankinhaltca. 82–91 Liter
Sitzplätze4–5

Zuverlässigkeit: bekannte Problemzonen

Der V12 auf BMW-Basis (N74) gilt als grundsätzlich robust, doch die Peripherie verlangt Aufmerksamkeit: Undichtigkeiten an Turboleitungen und Ventildeckeln, gelegentliche Themen mit der Luftfederung und der komplexen Bordelektronik sowie der hohe Verschleiß an großen Bremsen und Reifen. Alles rund um den Ghost ist teuer – vom Reifensatz bis zur Inspektion. Entscheidend ist eine durchgängige Wartung beim Fachbetrieb; ein lückenloses Serviceheft ist bei diesem Fahrzeug wichtiger als ein besonders niedriger Kilometerstand. Sorgfältig gewartete Exemplare fahren über viele Jahre unauffällig.

USA- und EU-Ausführung im Vergleich

US-Fahrzeuge tragen gelbe Seitenmarkierungsleuchten, einen Meilentacho und auf den US-Markt zugeschnittene Navigations- und Notrufsysteme. Der technische Kern ist identisch, doch für die deutsche Zulassung sind Anpassungen an der Beleuchtung und gegebenenfalls Software nötig. Die Ausstattung US-amerikanischer Fahrzeuge fällt oft besonders reichhaltig aus.

In sieben Schritten zum eigenen US-Import

Zuerst wählen Sie ein passendes Fahrzeug und prüfen den Zustand. Es folgt der VIN- und Ursprungscheck, danach die Kaufabsicherung über einen Treuhandmechanismus. Anschließend wird der Seetransport organisiert, gefolgt von Verzollung, technischer Prüfung mit Einzelabnahme nach § 21 StVZO und der Zulassung.

Zoll, Steuern und Kosten verstehen

Merke: Ohne Ursprungsnachweis kein 0-%-Zoll – und die 19 % Einfuhrumsatzsteuer gilt bei jeder Einfuhr.

Der Ghost wird im englischen Goodwood gebaut. Damit greift die 0-%-Regelung für nachweislich in den USA hergestellte Fahrzeuge (VO (EU) 2026/1455 und 2026/1461) hier in der Regel nicht – maßgeblich ist der per VIN belegte Herstellungsort. Für ein Fahrzeug mit britischem Ursprung richtet sich der Einfuhrzoll nach den geltenden Regeln für Personenkraftwagen aus dem betreffenden Ursprungsland; eine Zollfreiheit lässt sich nicht garantieren. Die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % fällt in jedem Fall an und ist getrennt vom Zoll zu betrachten. Hinzu kommen Transport, Versicherung, Gutachten und Zulassung. USCar Trader vermittelt und erhebt keine Marge.

TÜV und Zulassung in Deutschland

Üblich sind die Anpassung der Beleuchtung (Blinkerfarbe, Nebelschlussleuchte), die Umstellung des Tachos und der Abgasnachweis. Nach bestandener Einzelabnahme stellt der Prüfer die Unterlagen für die Zulassungsstelle aus.

Die Kauf-Checkliste

1. VIN entschlüsseln und Herstellungsort dokumentieren. 2. Carfax- oder AutoCheck-Historie auf Unfälle und Titelstatus prüfen. 3. Lückenlose Servicehistorie beim Vertragspartner bestätigen. 4. Luftfederung, Elektronik und Assistenzsysteme testen. 5. Bremsen und Reifenalter kontrollieren. 6. Lack, Leder und Furniere auf Zustand prüfen. 7. Fahrzeugidentität und Bespoke-Ausstattung abgleichen.

Fragen und Antworten

Welche Ghost-Generation ist im US-Bestand häufiger?

Die erste Generation von 2010 bis 2020 ist deutlich breiter verfügbar und günstiger; die zweite Generation ab 2020 ist neuer und seltener.

Ist der Rolls-Royce Ghost zollfrei einführbar?

Nein, eine Zollfreiheit lässt sich nicht garantieren. Da der Ghost in England gebaut wird, greift die US-Ursprungsregel meist nicht; maßgeblich ist der per VIN belegte Herstellungsort.

Fällt die Einfuhrumsatzsteuer immer an?

Ja, die 19 % Einfuhrumsatzsteuer werden bei der Einfuhr grundsätzlich erhoben, unabhängig vom Zollsatz.

Wie zuverlässig ist der V12?

Der Zwölfzylinder ist bei sorgfältiger Wartung robust; teuer wird es bei Peripherie, Luftfederung, Bremsen und Reifen.

Warum ist der US-Kauf attraktiv?

Viele Fahrzeuge laufen als Leasingrückläufer, wodurch gut ausgestattete Exemplare mit moderaten Laufleistungen zu günstigeren Konditionen verfügbar sind.

Wie hoch sind die Unterhaltskosten?

Sie liegen auf oberstem Niveau; Reifen, Bremsen und Inspektionen sind entsprechend kostspielig und sollten eingeplant werden.

Bekomme ich Service in Deutschland?

Ja, über das Rolls-Royce-Vertragsnetz; ein lückenloses Serviceheft ist für Werterhalt und Wartung wichtig.

Wie lange dauert der Import?

Vom Kauf bis zur Zulassung sind je nach Transport und Terminen meist einige Wochen einzuplanen.

Weitere Modelle finden Sie bei Rolls-Royce im Carhub. Verwandt sind der Rolls-Royce Cullinan, die Bentley Flying Spur und der Maserati Quattroporte. Sehen Sie sich die aktuellen Ghost Angebote an.