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BMW Z3 - Oldtimer-Anwärter und immer noch sehr begehrt

2021-10-02

Roadster sind zweisitzige Sportwagen, die vorwiegend dem Fahrspaß dienen und bei denen Komfort erst in zweiter Linie zählt. Genau zu dieser Definition passt der BMW Z3, ein klassischer Roadster, der mittlerweile schon seit fast 20 Jahren nicht mehr gebaut wird, aber immer noch eine große Fangemeinde hat.

Im Herbst 1995 kam der erste BMW Z3 auf den Markt. Bis zum 5. Juli 2002 - dem Produktionsende - wurden fast 280.000 Roadster hergestellt. Die Coupé-Version brachte es auf gut 17.000 Exemplare. Produziert wurde das Fahrzeug von der BMW US Manufacturing Company, LLC in Greer bei Spartanburg im Bundesstaat South Carolina. Der Z3 war eigens für das dortige neue Werk der US-BMW-Tochter entwickelt worden. Es war der erste BMW überhaupt, der zu 100 Prozent außerhalb Deutschlands produziert wurde. 60 Prozent der Teile stammten aus Nordamerika.

BMW Z3 Coupe

Erfolgreiches Product Placement mit James Bond und GoldenEye

Die ersten beiden Versionen, die das Werk in South Carolina verließen, waren die Vierzylindermodellen Z3 Roadster 1.8 und 1.9. Mit dem Einsatz im James-Bond-Film "GoldenEye" erlangte der Sportwagen weltweite Bekanntheit - ein schönes Beispiel für erfolgreiches Product Placement. Die Verwendung durch Agent "007" dürfte nicht unwesentlich zum Vermarktungserfolg beigetragen haben. 1996 kam der Z3 Roadster 2.8 mit einem Reihensechszylinder raus. Besondere optische Änderungen waren zwei Begrenzungsleuchten in der Frontstoßstange und die breiteren Kotflügeln hinten. Nur ein Jahr später folgte der Z3 M Roadster mit 3,2-Liter-Sechszylinder-Motor, 236 kW (321 PS) sowie einigen weiteren technischen und optischen Änderungen.

Im August 1998 brachte BMW dann eine besondere Coupé-Version auf den Markt - als Z3 Coupé 2.8 (später Z3 Coupé 3.0) und M Coupé. Bei diesen Modellen handelte es sich um sogenannte Shooting Brakes, einer Karosserieform mit einem Steilheck und Heckklappe, die einen eigentümlicher Mix aus Kombi und Sportwagen darstellt. Wegen ihres charakteristischen Äußeren ist diese Version landläufig als "Turnschuh" bekannt geworden. Tatsächlich erinnert die Formgebung daran. Seinerzeit stieß der "Turnschuh" auf ein sehr geteiltes Echo und war mit 64.000 DM Listenpreis das teuerste Modell aus der Z3-Reihe. Da die Coupé-Version nur 17.000mal gebaut wurde, gilt sie heute als Fahrzeug-Rarität und erfreut sich besonderer Wertschätzung.

Nach dem Turnschuh nur noch Modellpflege und Sondermodelle

Weitere Versionen gab es danach nicht mehr. Ab Oktober 1998 wurde der Z3 Roadster 2.8 aber mit einem weiterentwickelten Motor ausgestattet - mit einem verbesserten Verlauf der Drehmomentkurve und 1 kW mehr Leistung. 1999 nahm BMW an den Fahrzeugen im Rahmen der Modellpflege einige vorwiegend optischen Veränderungen innen wie außen vor. Das Heck erhielt mit hochgezogenen Kotflügeln eine neue Form. Die Scheinwerfer vorne bekamen Chromringe, im Innenraum wurden die Instrumente der Mittelkonsole angepasst und es gab ein zusätzliches Innenverdeck. BMW brachte auch noch einige Sondermodelle heraus: 1999 die Modelle American style, Bella macchina, British traditional, Fidschi und Orinoco sowie 2000 die Modelle Estoril, Imola, Kyalami und San Remo. Ihre Erkennungsmerkmale sind charakteristische, jeweils unterschiedliche Lackierungen, Türverkleidungen, Sitze und Innenausstattungen. Im Herbst 2002 trat dann der BMW Z4 die Nachfolge der Z3-Reihe an.

Auf dem besten Weg zum Oldtimer und oft noch günstig zu importieren

Noch hat der BMW Z3 keinen Oldtimer-Status, er ist aber auf dem besten Weg dahin. In einer kürzlich durchgeführten Umfrage zu möglichen Auto-Klassikern der Zukunft gehörten die BMW Z3 Roadster 2,8 und 3,0 zu den Favoriten. Die frühen Baujahre weisen allerdings einige "Kinderkrankheiten" auf, die auch noch für heutige Besitzer ärgerlich sind. Bei der Verarbeitungsqualität gab es anfänglich Defizite, die später behoben wurden. Typische Probleme: "durchlässige" Fensterdichtungen, milchige Heckscheiben aus Kunststoff, wackelnde Sitze und labile Vorderachsen, die den Fahrspaß beeinträchtigen können. Die Vier- und Sechszylindermotoren zeichnen sich dagegen durch Robustheit und lange Haltbarkeit aus. Reparaturbedarf tritt höchstens an der Motor-Peripherie auf und natürlich gibt es auch sonst beim BMW Z3 Verschleißteile mit Ersatzbedarf im Zeitablauf wie bei jedem Wagen. Bei Ankäufen in den USA sollte man prüfen ob entsprechende Wartungsintervalle eingehlaten wurden. Neben dem Serviceheft, sollte man hier ebenfalls auf den Service AutoCheck oder Carfax zurückgreifen um sich ein Bild von der Historie zu machen.

Ein guter BMW Z3-Vierzylinder ist nicht unter 10.000 Euro zu haben und liegt eher deutlich darüber. Beim Sechszylinder muss man mindestens 15.000 Euro investieren. Gut gepflegte M Roadster kosten um die 50.000 Euro.